Die Geschichte Egeskovs

Schloss Egeskov, das Gebäude, wie wir es heute sehen, wurde von Frands Brockenhuus erbaut und 1554 fertig gestellt. Brockenhuus hatte sich einige Jahre zuvor mit Anne Tinhuus vermählt, die den ursprünglichen Hof von ihren Eltern übernommen hatte.

Die politischen Unruhen, die Reformation und die Grafenfehde veranlassten viele Großgrundbesitzer jener Zeit, ihren Wohnsitz als schwer einnehmbare Festung zu bauen. So auch Frands Brockenhuus, der seine Burg mitten in einem See erbaute, der Überlieferung nach auf einem Fundament aus so vielen Eichenpfählen, dass "ein ganzer Eichenwald dabei draufging".

Das Gebäude, das heute so friedlich und idyllisch auf den Besucher wirkt, war als Festung gebaut. Es bestand aus zwei Langhäusern mit einer dicken Doppelmauer dazwischen: man konnte das eine Haus aufgeben und den Kampf im anderen fortsetzen. Die Doppelmauer ist so dick, dass sie sowohl Geheimtreppen als auch einen Brunnen umschließt, damit es bei einer möglichen Belagerung keinen Wassermangel geben konnte. Die Außenwände sind mit schrägen Öffnungen, durch die man kochendes Wasser und dergleichen auf die Feinde schütten konnte, sowie mit zahllosen Schießscharten versehen, und von den Türmen konnte man die Flanke der Feinde beschießen. Überdies führte der einzige Weg zum Schloss über eine Zugbrücke.

In den mehr als vierhundert vergangenen Jahren wohnten hier verschiedene Geschlechter. 1784 wurde Egeskov an Henrik Bille verkauft, dessen Nachkommen es noch heute besitzen. Unter Julius Ahlefeldt-Laurvig-Bille, der 1883 auf Egeskov einzog, restaurierte der schwedische Architekt Helgo Zettervall das Gebäude, erhöhte die Turmhelme, stellte die früheren Stufengiebel wieder her und errichtete den Torbau, durch den man geht, wenn man das Schloss besuchen will.

In dieser Zeit entwickelte sich das Gut zu einem zeitgemäßen Musterbetrieb, der mit eigener Molkerei, eigenem Elektrizitätswerk und Eisenbahnanschluss nach Kværndrup den wirtschaftlichen Betrieb, der Egeskov heute auch ist, bildete.

Mehrere Generationen lang war der Park für das Publikum geöffnet. Seine jetzige Form besitzt er seit 1959, als man mit der Restaurierung der historischen Gartenanlagen begann.

1967 wurde das Oldtimermuseum in einer eindrucksvollen ehemaligen Scheune eröffnet, und im Laufe der Jahre hat es sich auf mehrere der umliegenden Wirtschaftsgebäude ausgedehnt.

Der Rittersaal wurde 1975 restauriert. Seit 1986 werden er und ein großer Teil der übrigen Räume des Hauses in der Saison für Besucher geöffnet.
Der Rittersaal kann darüber hinaus für große exklusive Festgesellschaften gemietet werden.